Einführung
Im Jahr 2008 hatte die Biologin Alexandra Pires ihre Doktorarbeit abgeschlossen, in der sie beschrieb, wie Agutis, eine große, meerschweinchenähnliche Nagetierart, für die Regeneration von Pflanzenarten im brasilianischen Atlantikwald wichtig waren. Als sie dies Ivandy Castro-Astor, einem Forscher im Nationalpark Tijuca in den Hügeln außerhalb von Rio de Janeiro, erzählte, erfuhr sie, dass diese Nagetiere nicht mehr existierten. Der Beweis dafür war die Vielzahl von Samen eines Baumes, der in Brasilien als Cutieira oder „Aguti-Baum“ (Joannesia princeps) bekannt ist, die auf dem Waldboden faulten.
“Wie kann es sein, dass es keine Agutis im Nationalpark Tijuca gibt?”, erinnert sich Pires an ihre Gedanken zu dieser Zeit, woraufhin Castro-Astor antwortete: ‘Ich denke, du solltest einige Agutis hier freilassen!’” Achtzehn Jahre später können Besucher von Tijuca jetzt Rotrück-Agutis (Dasyprocta leporina) beobachten, zusammen mit braunen Brüllaffen (Alouatta guariba) und gelbfüßigen Landschildkröten (Chelonoidis denticulata). Ihre Anwesenheit im Wald ist das Ergebnis des Wiederansiedlungsprogramms, das von Refauna durchgeführt wird, einer Initiative, deren wissenschaftliche Leiterin Pires ist, mit Unterstützung des brasilianischen Regierungs-Instituts Chico Mendes für den Schutz der Biodiversität (ICMBio).
Das Wiederansiedlungsprogramm
Anfang Januar war es die Reihe der Blau- und Gelb-Aras (Ara ararauna), zurückzukehren. Ausgestorben in Rio de Janeiro seit 200 Jahren, fliegen sie heute wieder in den Himmel über der Stadt. Das Ziel von Refauna ist es, dem sogenannten leeren Wald-Syndrom ein Ende zu setzen, einem Konzept, das 1992 vom US-amerikanischen Naturschützer Kent Redford identifiziert wurde. In solchen Wäldern, obwohl die Bäume und andere Vegetation intakt erscheinen, fehlen die für den Erhalt des Ökosystems notwendigen Tiere.
Herausforderungen und Perspektiven
Das Wiederansiedlungsprogramm von Refauna steht vor bedeutenden Herausforderungen, einschließlich der Notwendigkeit, die Sicherheit und das Wohlbefinden der wieder angesiedelten Tiere zu gewährleisten, sowie den Schutz des Waldes vor Bedrohungen wie Abholzung und Wilderei. Die Ergebnisse sind jedoch vielversprechend, und die Initiative hat das Potenzial, als Modell für andere Naturschutzbemühungen auf der ganzen Welt zu dienen.
Schlussfolgerung
Die Wiederbewaldung von Rio ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Naturschutz und Wiederherstellung der Natur durch engagierte und wissenschaftlich fundierte Bemühungen erreicht werden können. Refauna und ihre Partner leisten grundlegende Arbeit, um den Tijuca-Wald wiederherzustellen und die Artenvielfalt in der Region zu fördern.
Quelle / Referenz: Mongabay