Was ist die globale Erwärmung?
Die globale Erwärmung ist der langfristige Anstieg der durchschnittlichen Oberflächentemperatur der Erde, verursacht vor allem durch Treibhausgas-Emissionen — insbesondere Kohlendioxid (CO₂) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Diese Gase halten Wärme in der Atmosphäre zurück, wie eine Decke, die verhindert, dass ein Teil der Sonnenenergie zurück ins All entweicht.
Sie ist der Kern des Klimawandels: Die globale Erwärmung benennt den Temperaturanstieg, während der Klimawandel alle daraus folgenden Veränderungen umfasst — vom schmelzenden Eis bis zu häufigeren Wetterextremen.
Die neuesten Daten
Aktuelle Messwerte, aktualisiert aus unserer Klimadatenbank:
Was sind die Ursachen?
Die dominierende Ursache ist menschliche Aktivität seit der Industriellen Revolution:
- Fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) — die größte CO₂-Quelle.
- Entwaldung — Bäume binden CO₂; ihre Rodung gibt diesen Kohlenstoff wieder frei.
- Landwirtschaft und Viehhaltung — setzen Methan (CH₄) und Lachgas frei, noch stärkere Gase.
- Industrie und Zement — Prozesse, die CO₂ direkt ausstoßen.
Was sind die Folgen?
Erwärmung bedeutet weit mehr als heißere Tage. Bereits beobachtete Folgen:
- Schmelzende Gletscher und Polkappen mit steigendem Meeresspiegel.
- Häufigere und intensivere Hitzewellen, Dürren und Waldbrände.
- Stärkere Niederschläge und Überschwemmungen in manchen Regionen.
- Versauerung der Ozeane und Verlust der Artenvielfalt.
- Auswirkungen auf Landwirtschaft, Gesundheit und Ernährungssicherheit.
Was können wir tun?
Die Erwärmung zu begrenzen bedeutet, Emissionen zu senken (Minderung) und sich an das bereits Unvermeidliche anzupassen (Anpassung):
- Umstieg auf erneuerbare Energien (Solar, Wind) und Elektrifizierung.
- Energieeffizienz in Gebäuden, Verkehr und Industrie.
- Schutz und Wiederherstellung von Wäldern und Ökosystemen.
- Weniger Verschwendung und kohlenstoffärmere Ernährung.
- Politik: CO₂-Bepreisung, Regulierung und Investitionen in Innovation.
Live-Klimaindikatoren
| Jahr | Globale Temperaturanomalie | Atmosphärisches CO₂ |
|---|---|---|
| 1889 | -0.11 °C | — |
| 1899 | -0.18 °C | — |
| 1909 | -0.49 °C | — |
| 1919 | -0.28 °C | — |
| 1929 | -0.36 °C | — |
| 1939 | -0.02 °C | — |
| 1949 | -0.11 °C | — |
| 1959 | +0.03 °C | 316.0 ppm |
| 1969 | +0.05 °C | 324.6 ppm |
| 1979 | +0.16 °C | 336.8 ppm |
| 1989 | +0.27 °C | 353.2 ppm |
| 1999 | +0.38 °C | 368.5 ppm |
| 2009 | +0.66 °C | 387.6 ppm |
| 2019 | +0.98 °C | 411.6 ppm |
| 2025 | +1.19 °C | 427.4 ppm |
Quellen: NASA GISS, NOAA / Mauna Loa
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen globaler Erwärmung und Klimawandel?
Die Begriffe hängen zusammen, sind aber nicht identisch. Die globale Erwärmung bezeichnet speziell den langfristigen Anstieg der durchschnittlichen Oberflächentemperatur des Planeten, gemessen in Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Der Klimawandel beschreibt die weit umfassendere Gesamtheit der Veränderungen, die daraus folgen: veränderte Niederschlags- und Windmuster, schmelzende Gletscher, steigende Meeresspiegel, Versauerung der Ozeane sowie häufigere und heftigere Extreme wie Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen. Kurz gesagt: Die globale Erwärmung ist die zentrale Ursache, der Klimawandel die Gesamtheit der Folgen. Der genauere Begriff hilft, das Symptom — die Temperatur — vom gesamten System zu unterscheiden, das dadurch gestört wird.
Wird die globale Erwärmung vom Menschen verursacht?
Ja, und der wissenschaftliche Konsens ist überwältigend — mehr als 97% der Klimaforscher und alle großen nationalen Wissenschaftsakademien stimmen zu. Der rasche Temperaturanstieg seit etwa 1850 ist vor allem auf menschliche Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen, allen voran das Kohlendioxid (CO₂) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sowie das Methan aus Landwirtschaft und Viehhaltung. Wir wissen es aus mehreren unabhängigen Beweislinien: Der zusätzliche Kohlenstoff trägt die isotopische Signatur fossiler Brennstoffe; die obere Atmosphäre kühlt ab, während sich die Oberfläche erwärmt (das Muster des Treibhauseffekts, nicht einer stärkeren Sonne); und Klimamodelle reproduzieren die beobachtete Erwärmung nur, wenn menschliche Emissionen einbezogen werden. Natürliche Faktoren allein erklären den Trend nicht.
Wie stark hat sich der Planet erwärmt?
Der Planet hat sich um etwa 1,1 bis 1,3 °C gegenüber dem vorindustriellen Mittel (1850–1900) erwärmt, und der aktuellste genaue Wert steht im Live-Datenblock oben auf dieser Seite. Das mag wenig klingen, ist aber ein globaler Jahresdurchschnitt: Gut 1 °C im Mittel verbirgt weit größere regionale Extreme. Die Arktis etwa erwärmt sich rund drei- bis viermal schneller als der globale Durchschnitt. Diese Erwärmung reicht bereits aus, um Hitzewellen, Dürren und Starkregen zu verstärken, Jahreszeiten zu verschieben und Eis zu schmelzen, dessen Bildung Jahrtausende gedauert hat. Jeder zusätzliche Bruchteil eines Grades verschärft diese Folgen messbar — deshalb zählen selbst Zehntelgrade bei politischen Zielen.
Was ist die 1,5-°C-Grenze?
Sie ist das zentrale Ziel des 2015 von fast allen Ländern unterzeichneten Pariser Abkommens: die globale Erwärmung auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau und deutlich unter 2 °C zu begrenzen. Der Wert von 1,5 °C ist nicht willkürlich — der Weltklimarat (IPCC) zeigte, dass die Folgen zwischen 1,5 °C und 2 °C stark zunehmen: viel mehr Menschen sind extremer Hitze und Wasserknappheit ausgesetzt, es gehen weit mehr Korallenriffe verloren, und das Risiko steigt, unumkehrbare Kipppunkte zu überschreiten. Ein zeitweises Überschreiten von 1,5 °C ist kein absolutes Scheitern, doch jedes Jahr darüber erhöht die Risiken und die Wahrscheinlichkeit dauerhafter Schäden. Um das Ziel erreichbar zu halten, müssen die globalen Emissionen bis etwa Mitte des Jahrhunderts auf nahezu null sinken.
Was bedeutet CO₂ in ppm?
Ppm bedeutet Teile pro Million und misst die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre — wie viele CO₂-Moleküle auf eine Million Luftmoleküle kommen. Es ist die Standardgröße für das wichtigste Treibhausgas. Vor der Industriellen Revolution lag die Konzentration bei etwa 280 ppm und war über Jahrtausende relativ stabil. Heute übersteigt sie 420 ppm — der aktuelle Wert steht im Datenblock dieser Seite — ein Niveau, das es seit mindestens 3 bis 4 Millionen Jahren nicht mehr gab. Dieser Anstieg stammt fast vollständig aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und aus Entwaldung. Da CO₂ Jahrhunderte in der Atmosphäre verbleibt, steigt die Konzentration weiter, solange die Nettoemissionen positiv sind, auch wenn sich das Tempo verlangsamt.
Können wir die globale Erwärmung noch stoppen?
Ja. Die Wissenschaft ist in zwei Punkten eindeutig: Die bereits laufende Erwärmung ist auf menschlichen Zeitskalen weitgehend unumkehrbar, aber das Ausmaß der künftigen Erwärmung hängt fast vollständig von den Emissionen ab, die wir ab jetzt verursachen. Es gibt keine einzelne Schwelle, ab der es schlicht «zu spät» ist — jedes vermiedene Zehntelgrad verringert den Schaden messbar. Das Klima zu stabilisieren erfordert, netto null CO₂-Emissionen zu erreichen, also nicht mehr Kohlenstoff hinzuzufügen als entnommen wird. Das ist mit bereits vorhandenen Technologien möglich: Solar- und Windkraft, Elektrifizierung von Verkehr und Wärme, Energieeffizienz und Schutz der Wälder. Das Haupthindernis ist das Tempo des Wandels, nicht ein Mangel an Lösungen. Frühes Handeln ist stets billiger als späteres Reparieren.
Was kann ich persönlich tun?
Individuelle Entscheidungen zählen, besonders wenn sie sich summieren und größere Systeme beeinflussen. Die wirksamsten persönlichen Maßnahmen sind meist: den Energieverbrauch zu Hause senken und auf Ökostrom umsteigen; öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Elektrofahrzeuge bevorzugen und weniger fliegen; sowie Lebensmittelverschwendung und hohen Fleischkonsum verringern, vor allem bei Wiederkäuern. Diese Änderungen senken Emissionen und sparen oft Geld. Der wirkungsvollste individuelle Schritt ist jedoch kollektiv: über das Thema sprechen, kohlenstoffarme Politik unterstützen, verantwortungsvolle Unternehmen und Banken wählen und die eigene Stimme als Bürger und Verbraucher nutzen. Die Klimakrise wird vor allem auf Systemebene gelöst — Energie, Verkehr, Industrie — und es ist die gesellschaftliche Nachfrage nach Wandel, die diese Systeme beschleunigt. Gemeinsames Handeln vervielfacht die Wirkung jeder Einzelentscheidung.