Einführung
In einer Welt, in der die Technologie mit unvergleichlichem Tempo voranschreitet, wendet sich eine wachsende Zahl von Forschungen den indigenen Wissenssystemen zu, um ethische Rahmenbedingungen für die künstliche Intelligenz (KI) zu erhalten. Nicole Horseherder, eine navajo-amerikanische Umweltaktivistin und Mitbegründerin der gemeinnützigen Organisation Tó Nizhóní Ání (Heiliges Wasser Spricht), die in Arizona, USA, ansässig ist, hat Jahre damit verbracht, das Wasser zu schützen, das die Gemeinschaften vor der industriellen Nutzung bewahrt.
Sie sieht Parallelen zum heutigen KI-Entwicklungsprozess. Für jemanden wie Horseherder ist das indigene Wissen kein zu erntendes Datenmaterial, sondern vielmehr auf tausende von Jahren realzeitlicher menschlicher Beobachtungen der Landschaftsveränderungen, des Wetters und der Jahreszeiten, der Richtungen des Mondes, der Sonne und alles, was uns umgibt, aufgebaut.
Indigenes Ökologisches Wissen
Innerhalb der Navajo-Gemeinschaft haben die Menschen, die in verschiedenen Landschaften leben, einschließlich Hochwüsten, Flusstälern und trockenen, ariden Gebieten, ihre eigenen lokalen Wissenssysteme. Eine kürzlich in der Zeitschrift AI and Ethics veröffentlichte Studie untersucht, wie das indigene ökologische Wissen die KI-Rahmenbedingungen durch eine Analyse der Navajo- und Maori-Konzepte umgestalten könnte.
Der Artikel basierte auf dem maorischen Wert von Kaitiakitanga, oder Vormundschaft, und der navajo-Philosophie von Hózhó, was Balance und Harmonie bedeutet. Die Autoren der Studie sagten, dass das traditionelle ökologische Wissen kollektive Verantwortung verkörpert und eine ethische Grundlage für die Frage bieten könnte, ob der Umfang eines vorgeschlagenen KI-Modells angesichts seiner Umweltkosten gerechtfertigt ist, wobei der ökologische Integrität Vorrang vor unbeschränkter technischer Expansion hat.
Implikationen und Herausforderungen
Dieser Ansatz bietet eine einzigartige Perspektive für die Behandlung von Umweltfragen im KI-Wettlauf. Allerdings bringt er auch erhebliche Herausforderungen mit sich, wie die Notwendigkeit eines besseren Verständnisses und Respekts für indigene Wissenssysteme und die Wichtigkeit, kulturelle Aneignung zu vermeiden.
Während die Technologie weiter voranschreitet, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie die Werte und das Wissen der indigenen Gemeinschaften berücksichtigt, um nachhaltigere und ethischere Lösungen zu schaffen. Dies kann nicht nur dazu beitragen, negative Umweltauswirkungen zu mildern, sondern auch eine größere Gerechtigkeit und Chancengleichheit für die von den Klimaveränderungen am stärksten betroffenen Gemeinschaften fördern.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend kann die Integration der indigenen Werte in den KI-Wettlauf ein entscheidender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft sein. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass Forscher, Entwickler und politische Entscheidungsträger zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass indigenes Wissen und indigene Perspektiven geschätzt und in die Entscheidungsprozesse integriert werden.
Quelle / Referenz: Mongabay