Einführung
Ein Pariser Gericht hat die Öl- und Gasgesellschaft TotalEnergies aufgefordert, Rechenschaft über die Emissionen abzulegen, die durch die Nutzung ihrer Produkte durch ihre Kunden entstehen. Diese Entscheidung stellt einen Teilerfolg für Umwelt-NGOs dar, die versuchen, ein französisches Gesetz von 2017 über die Unternehmensüberwachung in Bezug auf die Klimakrise anzuwenden.
Der Fall
Während der Anhörungen im Februar argumentierten die Anwälte von TotalEnergies, dass das Gesetz den Klimawandel nicht abdeckte. Die NGOs, die die Firma verklagen, argumentierten jedoch, dass die Gesetzesreferenz zur Verhinderung von Umweltschäden sowohl lokale Verschmutzung als auch den Klimawandel umfasst.
Die Kläger warfen TotalEnergies vor, die indirekten Emissionen ihrer Kunden nicht zu berücksichtigen, die 2024 342 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent ausmachten. Dies entspricht den jährlichen Emissionen von etwa 74 Millionen Autos – fast doppelt so viel wie die aktuelle brasilianische Flotte von Fahrzeugen dieser Art.
Die Entscheidung des Gerichts
TotalEnergies argumentierte, dass das Gesetz nur auf die eigenen Betriebe und die ihrer Auftragnehmer anwendbar sei, nicht jedoch auf die Kunden. Das Gericht erklärte jedoch, dass der Überwachungsplan des Unternehmens “unvollständig” sei und gab der Ölgesellschaft sechs Monate Zeit, um ihn zu ändern, um Emissionen von Endverbrauchern einzubeziehen – bekannt als Scope-3-Emissionen, die alle Ölgesellschaften zu vermeiden versuchen.
Das französische Gericht verstand, dass “die Treibhausgasemissionen von Scope 3 zu den Emissionen gehören, die aus den Aktivitäten des Unternehmens resultieren, wie in der Gesetzesdefinition festgelegt, insbesondere aufgrund des intrinsischen Zusammenhangs zwischen der Produktion von Öl und Gas und der Verbrennung von Produkten durch die Nutzer”.
Auswirkungen
Die Stadt Paris bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als “Meilenstein” in der Geschichte der französischen Klimapolitik. “Erstmalig erkennt ein Richter an, dass Klimarisiken tatsächlich Teil der Überwachungspflicht sind, die großen Unternehmen obliegt, und keine fossile Multinational kann sich dieser Verantwortung entziehen”, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Alice Timsit in einer Erklärung.
Dieser Fall ist der neueste in einer wachsenden Welle von Klimaklagen gegen große Treibhausgasemittenten auf der ganzen Welt.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung des Pariser Gerichts ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Rechenschaftspflicht der Unternehmen für den Klimaeinfluss ihrer Aktivitäten. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass Unternehmen transparent über die Emissionen ihrer Produkte sind und Maßnahmen ergreifen, um Klimarisiken zu mindern.
Source / Reference
Quelle: ClimaInfo