Das Problem der Drift von Thunfisch-Fischernetzen
Meeresschutzgebiete (MPAs) können die industrielle Fischerei innerhalb ihrer Grenzen verbieten, aber sie können nicht verhindern, dass Fischereiausrüstung, die an anderen Orten freigelassen wurde, in diese Gebiete gelangt. Eine neue globale Studie schätzt, dass Fischansammlungsgeräte (dFADs), die von Thunfisch-Flotten verwendet werden, mehr als die Hälfte der Meeresschutzgebiete der Welt betreffen.
Warum es wichtig ist
Die Auswirkungen dieser Geräte sind nicht nur umweltbedingt, sondern auch sozial und wirtschaftlich. Die Küstengemeinden sind von der Anwesenheit dieser Abfälle betroffen, die die touristische und fischereiliche Infrastruktur beschädigen und ein Risiko für die menschliche Sicherheit darstellen können. Darüber hinaus können der Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung der Meeresökosysteme langfristige Folgen für die Gesundheit der Ozeane und die Nahrungsmittelsicherheit haben.
„Wir waren überrascht, festzustellen, dass dFADs mehr als die Hälfte der Meeresschutzgebiete der Welt betreffen und dass die Auswirkungen oft Tausende von Kilometern von den ursprünglichen Fischereigebieten entfernt auftreten“, sagte Boris Worm, Co-Autor der Studie und Meeresökologe an der Dalhousie-Universität in Kanada, in einer E-Mail an Mongabay.
Der Mechanismus hinter der Drift von Thunfisch-Fischernetzen
dFADs sind schwimmende Plattformen, die von Thunfisch-Schleppnetz-Flotten verwendet werden, um Thunfisch, Gelben Thunfisch und Großaugen-Thunfisch anzulocken. Diese Geräte sind mit Satelliten-Bojen und Echoloten ausgestattet, die es den Unternehmen ermöglichen, sie zu verfolgen und die Anzahl der Fische darunter zu schätzen.
Einige dieser Geräte werden jedoch später deaktiviert, verloren oder aufgegeben, was sie anfällig für Meeresströmungen macht und es ihnen ermöglicht, in Meeresschutzgebiete zu gelangen.
Größerer Kontext
Dieses Problem ist nicht neu, aber es ist durch den Anstieg der industriellen Fischerei und den Einsatz fortschrittlicherer Technologien zur Lokalisierung und zum Fang von Fischen immer gravierender geworden. Darüber hinaus haben die mangelnde Regulierung und die mangelnde internationale Zusammenarbeit die Umsetzung von Lösungen für dieses Problem erschwert.
Frühere Studien hatten bereits die Anwesenheit von dFADs in Meeresschutzgebieten nachgewiesen, aber die aktuelle Studie bietet eine umfassendere und detailliertere Sicht auf das Ausmaß des Problems. Dies unterstreicht die Notwendigkeit wirksamer Maßnahmen, um die Drift von Thunfisch-Fischernetzen zu verhindern und die Meeresschutzgebiete zu schützen.
Was als Nächstes passiert
Die Ergebnisse dieser Studie haben wichtige Auswirkungen auf die Verwaltung von Meeresschutzgebieten und die Regulierung der industriellen Fischerei. Es ist notwendig, dass Regierungen und internationale Organisationen zusammenarbeiten, um wirksame Lösungen zur Verhinderung der Drift von dFADs und zum Schutz der Meeresschutzgebiete zu entwickeln und umzusetzen.
Es ist auch wichtig, das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes der Ozeane und die Notwendigkeit nachhaltiger Fischereipraktiken zu erhöhen. Die Bildung und Sensibilisierung der Küstengemeinden und der Verbraucher sind entscheidend, um Verhaltensänderungen zu fördern und die Umsetzung wirksamerer Politiken zum Schutz der Ozeane zu unterstützen.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.