Der Tiefseebergbau: Was ist passiert
Die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA), die mit den Vereinten Nationen assoziierte Regulierungsbehörde für Bergbauaktivitäten auf dem Meeresboden in Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit, hat sich entschieden, einen Bergbau-Explorationsvertrag in tiefen Gewässern zu verlängern, der Gegenstand von Kritik war und erneut nicht in der Lage war, die notwendigen Regeln für den kommerziellen Bergbau auf dem Meeresboden abzuschließen.
Der 36-köpfige Rat der ISA, der vom 13. bis 24. Juli tagte, beschloss, den Explorationsvertrag für eine Tochtergesellschaft des kanadischen Tiefseebergbauunternehmens The Metals Company (TMC) zu verlängern, sodass das Unternehmen die exklusiven Rechte zur Exploration von Meeresbodenblöcken im Pazifischen Ozean behält.
Diese Entscheidung erfolgte, nachdem die ISA festgestellt hatte, dass die TMC-Tochtergesellschaft Nauru Ocean Resources Inc. (NORI) alle Kriterien für eine Vertragsverlängerung erfüllt hatte. Allerdings wurde diese Maßnahme von Mitgliedern des ISA-Rats und Beobachtern kritisiert, da die TMC auch den Tiefseebergbau in denselben Gebieten außerhalb des ISA-Rechtsrahmens verfolgt und Anfang Juli sogar eine Klage gegen die ISA wegen ihrer Überwachung der TMC-Aktivitäten eingereicht hatte.
Warum es wichtig ist: Einsätze und reale Auswirkungen
Die Entscheidung der ISA, den Vertrag der TMC zu verlängern, setzt einen „gefährlichen Präzedenzfall für den Tiefseebergbau und den Rechtsstaat“ und wirft auch „ernsthafte Zweifel an der Fähigkeit des Regulators auf, die grundlegende Einhaltung seiner bestehenden Regeln durchzusetzen“, so Louisa Casson von Greenpeace International, die als Beobachterin an der Ratssitzung teilnahm.
Organisationen, darunter Greenpeace International, kritisieren den Tiefseebergbau und argumentieren, dass diese Aktivität verheerende und wahrscheinlich irreparable Auswirkungen auf die Meeresumwelt hätte. Fünfundvierzig Länder haben auch eine Moratorium oder eine vorsorgliche Pause beim Tiefseebergbau gefordert.
Der Mechanismus/Wissenschaft hinter dem Tiefseebergbau
Der Tiefseebergbau umfasst die Gewinnung von Mineralien aus dem Meeresboden, in der Regel in Gebieten mit großen Konzentrationen an mineralischen Ressourcen. Allerdings kann dieser Prozess erhebliche Auswirkungen auf die Meeresumwelt haben, einschließlich der Zerstörung von Lebensräumen, der Freisetzung von Giftstoffen und des Verlusts von Artenvielfalt.
Darüber hinaus kann der Tiefseebergbau auch Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, da die gewonnenen Mineralien Giftstoffe enthalten können, die in die Umwelt freigesetzt und die Gesundheit von Menschen in der Nähe beeinträchtigen können.
Größerer Kontext: Trends und Forschung
Der Tiefseebergbau ist ein Thema, das seit Jahren diskutiert wird, wobei einige argumentieren, dass es eine Quelle für wesentliche mineralische Ressourcen für die wirtschaftliche Entwicklung ist, während andere argumentieren, dass die Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu groß sind.
Die Entscheidung der ISA, den Vertrag der TMC zu verlängern, ist jedoch nur das neueste Kapitel in einer langen Geschichte von Kontroversen um den Tiefseebergbau. Im Jahr 2020 verabschiedete die ISA einen Satz von Regeln, um den Tiefseebergbau zu regulieren, aber diese Regeln wurden noch nicht umgesetzt.
Was kommt als Nächstes: Auswirkungen und offene Fragen
Die Entscheidung der ISA, den Vertrag der TMC zu verlängern, wirft viele Fragen über die Zukunft des Tiefseebergbaus auf. Wird die ISA in der Lage sein, die notwendigen Regeln umzusetzen, um den kommerziellen Bergbau auf dem Meeresboden zu regulieren? Oder wird der Tiefseebergbau weiterhin eine nicht regulierte und gefährliche Aktivität für die Meeresumwelt bleiben?
Darüber hinaus wirft die Entscheidung der ISA auch Fragen über die Fähigkeit des Regulators auf, die grundlegende Einhaltung seiner bestehenden Regeln durchzusetzen. Wird die ISA in der Lage sein, sicherzustellen, dass die Unternehmen, die in tiefen Gewässern tätig sind, die Regeln einhalten und die Meeresumwelt schützen?
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.