Was passiert ist
Millionen Hektar Regenwald in der Amazonas-Region sind wieder vom legalen Abholzen bedroht, laut einer aktuellen Studie. Der potenzielle Anstieg des Abholzens erfolgt, weil Soja-Unternehmen ihre freiwillige Teilnahme am Soja-Moratorium der Amazonas-Region beendet haben, einer Branchenvereinbarung, die den Unterzeichnern den Kauf von Soja, die auf abgeholzten Flächen nach 2008 angebaut wurde, verbot.
Die Forscher fanden 9,1 Millionen Hektar privaten Wald, eine Gesamtfläche von etwa drei mal der Größe Belgiens. Darüber hinaus können über 28 Millionen Hektar öffentlicher Wälder ohne klare Zweckbestimmung oder Schutz jetzt zusätzlichen Druck durch ländliche Bodenspekulation erfahren, bei der Menschen Land kaufen und zurückhalten, um es später zu einem höheren Preis zu verkaufen, und illegale Umwandlung in Landwirtschaft.
Warum es wichtig ist
Laut Tiago Reis, Konservierungsexperte der WWF-Brasilien und Co-Autor der Analyse, gingen die positiven Auswirkungen des Moratoriums über die direkte Verhinderung des Soja-bedingten Abholzens hinaus. "[Das Soja-Moratorium] verhinderte auch illegales Abholzen, ländliche Bodenspekulation, soziale Konflikte und Landkonflikte", sagte Reis gegenüber dem Mongabay-Brasilien-Reporter Lucas Berti.
Die Entscheidung, das Soja-Moratorium zu beenden, wurde durch ein neues Gesetz motiviert, das die Soja-Unternehmen in Brasilien betrifft. Der brasilianische Verband der Pflanzenölindustrie (Abiove) gab im Januar 2026 bekannt, dass er aus der Vereinbarung aussteigt. Der Abiove vertritt viele der größten Getreidehandelsunternehmen, die in Brasilien tätig sind, einschließlich Cargill, ADM, Bunge, Louis Dreyfus Company und COFCO International. Andere Unternehmen, die nicht vom Abiove vertreten werden, einschließlich Amaggi und Glencore, haben das Moratorium ebenfalls verlassen.
Der Mechanismus/Wissenschaft dahinter
Das Soja-Moratorium der Amazonas-Region war eine innovative Vereinbarung, die darauf abzielte, das Abholzen in der brasilianischen Amazonas-Region zu reduzieren. Die Vereinbarung wurde 2006 geschlossen und seitdem mehrmals verlängert. Allerdings hat der Ausstieg der Soja-Unternehmen aus der Vereinbarung das Risiko des Abholzens erheblich erhöht.
Die ländliche Bodenspekulation ist einer der Hauptgründe für das Abholzen in der Amazonas-Region. Menschen kaufen Land, um es später zu einem höheren Preis zu verkaufen, was zu einer Ausweitung der Landwirtschaft und dem Abholzen führt. Darüber hinaus macht der Mangel an Schutz und klaren Zweckbestimmung für öffentliche Wälder sie anfällig für illegale Ausbeutung.
Größerer Kontext
Das Abholzen in der Amazonas-Region ist ein kritisches Problem, das nicht nur die Umwelt, sondern auch die lokalen Gemeinden und die Wirtschaft betrifft. Die Amazonas-Region ist eines der biodiversitätsreichsten Ökosysteme der Welt und spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des globalen Klimas.
Der Ausstieg der Soja-Unternehmen aus dem Soja-Moratorium der Amazonas-Region ist ein erheblicher Rückschlag im Kampf gegen das Abholzen in der Amazonas-Region. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Moratorium eine freiwillige Vereinbarung war und dass die Soja-Unternehmen nicht die einzigen Verantwortlichen für das Abholzen in der Amazonas-Region sind.
Was als Nächstes passiert
Mit dem Ausstieg der Soja-Unternehmen aus dem Soja-Moratorium der Amazonas-Region ist es wahrscheinlich, dass das Abholzen in der Amazonas-Region erheblich zunimmt. Es ist jedoch wichtig, dass die brasilianischen Behörden und die internationale Gemeinschaft Maßnahmen ergreifen, um die Amazonas-Region zu schützen und das Abholzen zu verhindern.
Eine der wichtigsten Maßnahmen, die ergriffen werden können, ist die Umsetzung effektiver öffentlicher Politiken zum Schutz der öffentlichen und privaten Wälder. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass die Soja-Unternehmen und andere Unternehmen, die in der Amazonas-Region tätig sind, nachhaltige und verantwortungsvolle Praktiken anwenden.
Zusammenfassung
Das Ende des Soja-Moratoriums der Amazonas-Region ist ein Alarmruf für die internationale Gemeinschaft über die Wichtigkeit, die Amazonas-Region zu schützen und das Abholzen zu verhindern. Es ist entscheidend, dass die brasilianischen Behörden und die internationale Gemeinschaft effektive Maßnahmen ergreifen, um die Amazonas-Region zu schützen und eine nachhaltige Zukunft für zukünftige Generationen zu gewährleisten.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.