Die Entdeckung von Mikroplastik in der Amazonas-Region
Am 20. Juni durchquerte ein Team von 50 Mitgliedern, angeführt von der Nichtregierungsorganisation Asas de Socorro und der Organisation Rede Reviva, etwa 1,5 Kilometer entlang des Ufers des Puraquequara-Sees in Manaus, während einer Müllsammelaktion. Am Ende der Aktivität, die eine Strandstrecke am See mit einer Fläche von etwa 20-25 km² umfasste, hatte die Gruppe einen Container voller Kunststoffabfälle gesammelt. Eine ähnliche Aktion im Juni 2023 hatte zwei Container ergeben.
Diese Erfahrung half, die Ergebnisse der Masterarbeit von Eletuza Uchôa Farias zu veranschaulichen: Die Hälfte der im See gefangenen Fische, zwei Arten von Jaraqui (Semaprochilodus insignis und Semaprochilodus taeniurus), hatte Mikroplastik aufgenommen. Sobald sie in einem Organismus sind, können die Partikel im Verdauungstrakt verbleiben, andere Gewebe und Organe erreichen und sich entlang der Nahrungskette bewegen – von der Basis bis zu Raubfischen – und potenziell beim Menschen enden.
Warum das wichtig ist
Der Jaraqui ist der am häufigsten konsumierte Fisch im Bundesstaat Amazonas. Alle im Darm der Fische gefundenen Partikel waren Fasern: lange Fäden mit einem Durchmesser von 0,5 bis 4,37 Millimetern. Die meisten davon – 85,7 % – wurden als Polyamid identifiziert, ein Polymer, das aufgrund seiner Stärke und Flexibilität von der Textilindustrie weit verbreitet verwendet wird.
Die Umgebung des Puraquequara ist Heimat von Gemeinschaften ohne effektive Grundversorgung. Das Wasser aus Spülbecken, Tanks und Waschmaschinen wird direkt in Gewässer entsorgt, was die Anwesenheit von Polyamid erklären kann, das die Jaraquis erreicht – die wiederum auf den Tellern der Amazonas-Bewohner landen.
Der Mechanismus hinter der Mikroplastikverschmutzung
Die Mikroplastikverschmutzung ist ein komplexes Problem, das die Interaktion mehrerer Faktoren umfasst, einschließlich mangelnder Infrastruktur für die Grundversorgung, der Produktion und des Verbrauchs von Kunststoffen sowie der Dynamik aquatischer Ökosysteme. Mikroplastik kann durch Wasserströme, Winde und menschliche Aktivitäten transportiert und in Sedimenten, Boden und Organismen angereichert werden.
Das Vorkommen von Mikroplastik in Fischen und anderen aquatischen Organismen ist ein Indikator für die Kunststoffverschmutzung in aquatischen Ökosystemen. Der Verzehr von Mikroplastik kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Organismen haben, einschließlich der Verstopfung des Verdauungstrakts, der Veränderung physiologischer Prozesse und der Übertragung von giftigen Chemikalien.
Größerer Kontext
Die Mikroplastikverschmutzung ist kein exklusives Problem der Amazonas-Region. Studien haben gezeigt, dass Mikroplastik in aquatischen Ökosystemen auf der ganzen Welt vorkommt, von Flüssen und Seen bis hin zu Ozeanen und Mangroven.
Die Mikroplastikverschmutzung ist ein Problem, das eine integrierte Herangehensweise erfordert, einschließlich der Reduzierung der Produktion und des Verbrauchs von Kunststoffen, der Verbesserung der Infrastruktur für die Grundversorgung und des Schutzes aquatischer Ökosysteme.
Was als Nächstes passiert
Die Entdeckung von Mikroplastik im Puraquequara und in anderen aquatischen Ökosystemen der Amazonas-Region unterstreicht die Notwendigkeit dringender Maßnahmen, um die Kunststoffverschmutzung zu reduzieren und die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um effektive Lösungen zu entwickeln und umzusetzen, um die Produktion und den Verbrauch von Kunststoffen zu reduzieren, die Infrastruktur für die Grundversorgung zu verbessern und die Bildung und das Bewusstsein für den Schutz der Umwelt zu fördern.
Folgen und Herausforderungen
Die Mikroplastikverschmutzung ist ein komplexes und vielschichtiges Problem, das eine integrierte und nachhaltige Herangehensweise erfordert. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass effektive Politiken und Praktiken entwickelt und umgesetzt werden, um die Produktion und den Verbrauch von Kunststoffen zu reduzieren, die Infrastruktur für die Grundversorgung zu verbessern und die Bildung und das Bewusstsein für den Schutz der Umwelt zu fördern.
Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, dass weitere Studien und Forschungen durchgeführt werden, um die Auswirkungen der Mikroplastikverschmutzung auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt besser zu verstehen und um effektive Lösungen zu entwickeln, um diese Auswirkungen zu mildern.
Quelle / Referenz
Original-URL: https://news.mongabay.com/2026/07/from-rivers-to-mangroves-microplastics-are-contaminating-the-amazon/
Quellenname: Mongabay