Die Entscheidung der Europäischen Kommission
Die Europäische Union hat Leder von ihrer endgültigen Liste der Produkte ausgenommen, die von dem EU-Gesetz zum Schutz der Wälder betroffen sind. Experten behaupten, dass die Entscheidung vom 13. Juli das Ergebnis von Lobbyarbeit der Industrie ist und nicht die tatsächliche Auswirkung des Leders auf den Waldverlust widerspiegelt.
Die EU-Verordnung zum Schutz der Wälder (EUDR) verlangt von Unternehmen, die Güter wie Rindfleisch, Soja, Palmöl und Kakao auf dem europäischen Markt verkaufen, nachzuweisen, dass ihre Lieferketten nicht von neu gerodeten Flächen stammen. Das Gesetz soll derzeit Ende dieses Jahres in Kraft treten, nach zwei Jahren Verzögerung.
Warum es wichtig ist
Die Entscheidung, Leder von der EUDR auszunehmen, ist sehr enttäuschend, da sie starke Beweise ignoriert, die den europäischen Lederkonsum mit dem Waldverlust in Lateinamerika in Verbindung bringen. Sie ignoriert auch die Stimmen der EU-Bürger in der jüngsten öffentlichen Umfrage und priorisiert die Interessen der Industrielobby.
Laut einem aktuellen Bericht von Mongabay kam die eigene Forschung der Europäischen Kommission zu dem Schluss, dass Leder für bis zu 17% der Waldverlust-Abdrücke verantwortlich sein könnte, die mit den von der EUDR abgedeckten Importen verbunden sind.
Der Mechanismus hinter der Entscheidung
Die Ausnahme von Leder von dem EU-Gesetz zum Schutz der Wälder ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses, der Lobbyarbeit der Industrie und Gesetzesänderungen umfasst. Die EUDR wurde ursprünglich verabschiedet, um den Waldverlust und die Waldzerstörung zu bekämpfen, aber sie wurde einer Reihe von Änderungen unterzogen, die das Gesetz schwächten.
Transparenzprotokolle, die von der gemeinnützigen Organisation LobbyFacts zusammengestellt wurden, zeigen, dass Lederindustrie-Gruppen sich mindestens 22 Mal seit 2021 mit Gesetzgebern getroffen haben, und die EUDR wurde in 11 der Treffen explizit als Diskussionsthema aufgeführt. Die Lobbyarbeit wurde von zwei italienischen Lederindustrie-Verbänden, COTANCE und Unione, angeführt.
Größerer Kontext
Die Entscheidung, Leder von dem EU-Gesetz zum Schutz der Wälder auszunehmen, ist Teil eines größeren Kontexts von Gesetzesänderungen und Schwächung des Gesetzes. Die EUDR wurde ursprünglich verabschiedet, um den Waldverlust und die Waldzerstörung zu bekämpfen, aber sie wurde einer Reihe von Änderungen unterzogen, die das Gesetz schwächten.
Andere Produkte wie Soja und Palmöl wurden auch von Lobbyarbeit der Industrie und Gesetzesänderungen betroffen. Die Ausnahme von Leder ist jedoch besonders besorgniserregend, da Leder ein Produkt ist, das einen großen Waldverlust verursacht und weithin in der EU konsumiert wird.
Was als Nächstes passiert
Die Ausnahme von Leder von dem EU-Gesetz zum Schutz der Wälder ist ein Rückschlag im Kampf gegen den Waldverlust und die Waldzerstörung. Es gibt jedoch noch Hoffnung, dass das Gesetz gestärkt werden kann und Leder wieder einbezogen werden kann.
Die EU-Bürger und Umweltorganisationen sollten weiterhin Druck auf die Gesetzgeber ausüben, um wirksamere Maßnahmen gegen den Waldverlust und die Waldzerstörung zu ergreifen. Darüber hinaus sollten Unternehmen, die Produkte verkaufen, die zum Waldverlust beitragen, für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden.
Endgültige Schlussfolgerungen
Die Ausnahme von Leder von dem EU-Gesetz zum Schutz der Wälder ist eine besorgniserregende Entscheidung, die den Waldverlust von Leder ignoriert und die Interessen der Industrie priorisiert. Es gibt jedoch noch Hoffnung, dass das Gesetz gestärkt werden kann und Leder wieder einbezogen werden kann.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.