Was passiert ist
In einer historischen Entscheidung hat das brasilianische Umwelt- und Klimaministerium die Amazonas-Schildkröte, auch bekannt als cágado-iaçá oder tracajá, in die Liste der gefährdeten Arten aufgenommen. Dies ist das erste Mal, dass eine Schildkrötenart in Süßwasser als gefährdet eingestuft wird, laut Marília Marini, Generalkoordinatorin für Erhaltungsstrategien des ICMBio, der brasilianischen Behörde für Naturschutz.
Die Einstufung der Amazonas-Schildkröte mit sechs Tuberkeln (Podocnemis sextuberculata) als gefährdet ist das Ergebnis einer detaillierten Bewertung des Aussterberisikos, die den Rückgang der Population der Art in den letzten 36 Jahren, was drei Generationen entspricht, berücksichtigt. Laut dem System zur Bewertung des Aussterberisikos der Biodiversität (SALVE) des ICMBio ist die Population der Schildkröten um mehr als 50% in den Bundesstaaten Amazonas und dem westlichen Pará zurückgegangen, was etwa 70% der Gesamtverbreitung der Art entspricht.
Warum es wichtig ist
Die Aufnahme der Amazonas-Schildkröte in die Liste der gefährdeten Arten hat erhebliche Auswirkungen auf die traditionellen Gemeinschaften, die von ihr als Nahrungsquelle abhängig sind. Die Süßwasserschildkröte ist ein wichtiger Teil der Kultur und Subsistenz dieser Gemeinschaften, und alle Maßnahmen zum Schutz der Art müssen sorgfältig geplant werden, um diese Gemeinschaften nicht negativ zu beeinträchtigen.
Darüber hinaus kann der Verlust der Artenvielfalt in der Amazonas-Region schwerwiegende Folgen für das Ökosystem als Ganzes haben. Die Amazonas-Region ist eines der reichsten und vielfältigsten Ökosysteme der Erde, und der Verlust von Arten kann sich auf das gesamte Ökosystem auswirken.
Der Mechanismus hinter der Bedrohung
Die Hauptbedrohung für die Amazonas-Schildkröte ist die übermäßige Jagd für den menschlichen Verzehr. Die Süßwasserschildkröte ist eine wichtige Nahrungsquelle für die traditionellen Gemeinschaften, aber die übermäßige Jagd kann zu einem Rückgang der Population der Art führen.
Darüber hinaus sind die Zerstörung des Lebensraums und die Verschmutzung erhebliche Bedrohungen für die Amazonas-Schildkröte. Der Bau von Staudämmen, Bergbau und Landwirtschaft können den Lebensraum der Schildkröte verändern und die Verfügbarkeit von Nahrung und Unterschlupf verringern.
Größerer Kontext
Die Aufnahme der Amazonas-Schildkröte in die Liste der gefährdeten Arten ist Teil eines umfassenderen Musters des Verlusts der Artenvielfalt in der Amazonas-Region. Viele Pflanzen- und Tierarten sind durch die Zerstörung des Lebensraums, übermäßige Jagd und den Klimawandel gefährdet.
Die Amazonas-Region ist eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde, und der Verlust der Artenvielfalt kann schwerwiegende Folgen für das Klima und die menschliche Gesundheit haben. Der Schutz der Amazonas-Region und ihrer Arten ist von entscheidender Bedeutung, um die Gesundheit des Planeten zu erhalten.
Was als Nächstes kommt
Die Aufnahme der Amazonas-Schildkröte in die Liste der gefährdeten Arten ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Art. Es ist jedoch notwendig, dass konkrete Maßnahmen zum Schutz der Schildkröte und ihres Lebensraums ergriffen werden.
Dies kann die Schaffung von Schutzgebieten, die Regulierung der Jagd und die Aufklärung der traditionellen Gemeinschaften über die Bedeutung des Schutzes der Schildkröte umfassen. Darüber hinaus ist es notwendig, weitere Forschungen über die Biologie und das Ökosystem der Schildkröte durchzuführen, um die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt ist, besser zu verstehen und sie zu schützen.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.