Das Biodiversitätsabkommen jenseits der nationalen Grenzen: Ein neues Kapitel für die Ozean-Governance
Kürzlich ist das Biodiversitätsabkommen jenseits der nationalen Grenzen, auch bekannt als das Vertrag der Hochsee, in Kraft getreten und damit den Weg für den Schutz des marinen Lebens in internationalen Gewässern geebnet. Länder Lateinamerikas und Westafrikas arbeiten daran, Vorschläge für die Einrichtung ihrer ersten geschützten Meeresgebiete, oder Meeresschutzgebiete, in den Hochseen zu finalisieren.
Dennoch bleibt vieles über die praktische Umsetzung des BBNJ-Vertrags ungewiss: Wie werden die geschützten Gebiete der Hochsee umgesetzt? Wer wird dafür verantwortlich sein? Wie werden sie mit den bestehenden Strukturen der Meeresgovernance interagieren?
Die Rolle Afrikas in der Ozean-Governance
David Willima, ein Meeresforscher am Institute for Security Studies (ISS) in Pretoria, Südafrika, beschäftigt sich häufig mit diesen Fragen. Als Teil des Projekts Klimarisiken und menschliche Sicherheit des ISS konzentriert er sich auf die maritime Sicherheit, die Ozean-Governance und die blaue Wirtschaft, indem er mit Regierungen, der Afrikanischen Union (AU) und anderen Interessengruppen zusammenarbeitet, um ihre Fähigkeit zur Bewältigung von Meeresfragen zu verbessern.
Willima begann, sich 2022 stärker mit Fragen im Zusammenhang mit BBNJ zu beschäftigen, und hat seitdem an der Schaffung von Bewusstsein und Kapazitäten im Umgang mit dem Vertrag der Hochsee gearbeitet. Vor kurzem unterstützte er den Weltbiodiversitätsrat (IUCN), die globale Naturschutzbehörde, bei der Einbindung von Ländern und der AU, insbesondere in der Region des westlichen Indischen Ozeans.
Herausforderungen und Chancen für Afrika
Die Umsetzung des Vertrags der Hochsee ist für Afrika von großer Bedeutung, da der Kontinent eine lange Küstenlinie und eine reiche Meeresbiodiversität hat. Allerdings sieht sich Afrika auch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, darunter die anhaltende illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU).
Willima betont die Wichtigkeit, afrikanische Regierungen und Interessengruppen zu befähigen, diese Herausforderungen zu meistern und die Chancen des Vertrags der Hochsee zu nutzen. Dazu gehören die Schaffung von Meeresschutzgebieten, die Förderung der blauen Wirtschaft und der Schutz der Meeresbiodiversität.
Die Wissenschaft hinter der Ozean-Governance
Die Ozean-Governance ist ein komplexes Feld, das die Interaktion vieler Akteure und Interessen umfasst. Die Wissenschaft hinter der Ozean-Governance basiert auf dem Verständnis der Meeresökosysteme und der Auswirkungen des menschlichen Handelns auf diese Ökosysteme.
Dazu gehören das Verständnis der Meeresbiodiversität, der Migrationsmuster von Arten, der Auswirkungen der Fischerei und der Verschmutzung sowie andere Aspekte. Die Wissenschaft spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung von Meeresschutzgebieten und der Definition effektiver Erhaltungsstrategien.
Größerer Kontext
Die Ozean-Governance ist ein globales Thema, das alle Länder und Regionen betrifft. Die Umsetzung des Vertrags der Hochsee ist ein wichtiger Schritt zum Schutz des marinen Lebens und zur Förderung der blauen Wirtschaft.
Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um sicherzustellen, dass der Vertrag effektiv umgesetzt wird und die Herausforderungen überwunden werden. Dazu gehören internationale Zusammenarbeit, die Befähigung von Regierungen und Interessengruppen sowie die Förderung des Bewusstseins für die Bedeutung der Ozean-Governance.
Was kommt als Nächstes
Die Umsetzung des Vertrags der Hochsee ist ein fortlaufender Prozess, der die Aufmerksamkeit und das Engagement aller beteiligten Akteure erfordert. In den kommenden Jahren ist es wichtig, den Fortschritt der Umsetzung des Vertrags zu überwachen und Bereiche zu identifizieren, die mehr Aufmerksamkeit benötigen.
Zusätzlich ist es von entscheidender Bedeutung, die internationale Zusammenarbeit und die Befähigung von Regierungen und Interessengruppen zu fördern, um sicherzustellen, dass der Vertrag effektiv umgesetzt wird und die Herausforderungen überwunden werden.
Schlussfolgerung
Die Ozean-Governance ist ein komplexes und herausforderndes Thema, das die Aufmerksamkeit und das Engagement aller beteiligten Akteure erfordert. Die Umsetzung des Vertrags der Hochsee ist ein wichtiger Schritt zum Schutz des marinen Lebens und zur Förderung der blauen Wirtschaft.
Es ist von entscheidender Bedeutung, weiterhin zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass der Vertrag effektiv umgesetzt wird und die Herausforderungen überwunden werden. Durch internationale Zusammenarbeit, die Befähigung von Regierungen und Interessengruppen sowie die Förderung des Bewusstseins können wir eine nachhaltigere Zukunft für die Ozeane und die von ihnen abhängigen Gemeinschaften gewährleisten.
Quelle / Referenz
Original-URL: https://news.mongabay.com/2026/07/what-will-africas-story-on-ocean-governance-be-interview-with-david-willima/
Quellenname: Mongabay
Titel: What will Africa’s story on ocean governance be? Interview with David Willima