Einführung
Auf der Insel Robinson Crusoe, im Südpazifik von Chile, ragt ein Baum gefährlich von der Seite eines steilen Kliffs. Es ist der letzte bekannte wilde Baum von Dendroseris neriifolia. Um sein vollständiges Aussterben in der Wildnis zu verhindern, sammelten Naturschützer kürzlich Samen von dem Baum und begannen mit Versuchen, sie anzubauen.
Die Situation der Dendroseris-Arten
Alle 11 Arten der Gattung Dendroseris sind exklusiv für das Juan-Fernández-Archipel vor der Küste Chiles. Die Bäume mit auffallenden gelben, orangen oder weißen Blüten sind fast ausgerottet worden durch umfassende Habitatzerstörung, invasive Pflanzen und Schäden durch eingeführte Säugetiere wie Ziegen und Nagetiere.
Laut Paulina Hechenleitner, Forschungsassistentin am Royal Botanic Gardens, Kew, Vereinigtes Königreich, bleibt nur ein bekannter wilder Baum von der kritisch bedrohten D. neriifolia auf der Insel Robinson Crusoe, einer der drei Hauptinseln des Archipels. Dieser Baum, der auf etwa 150 Jahre geschätzt wird, hängt an einem abgelegenen Kliff, das “sehr schwierig zu erreichen ist und spezielle Feldarbeiten und sorgfältige Planung erfordert, um jeglichen Schaden zu vermeiden”, sagte sie per E-Mail.
Sammlung von Samen und Schutz
Jedes Jahr versuchen lokale Naturschützer, Samen von den ein-samigen Früchten des Baumes zu sammeln. Die Fruchtbildung ist jedoch unregelmäßig und in manchen Jahren produzieren die Früchte wenige oder keine keimfähigen Samen, sagte Hechenleitner. In diesem Jahr sammelten die Naturschützer etwa 400 Samen, von denen 29 als potenziell keimfähig betrachtet und an die Millennium Seed Bank (MSB) in Kew gesendet wurden, das größte Programm für die Erhaltung von Wildpflanzensamen der Welt.
Dort verwendeten die Forscher Röntgenbilder, um zu bestätigen, dass 24 Samen die Anwesenheit von Embryonalentwicklung zeigten. Diese 24 “guten” Samen bieten eine Hoffnung für die Erhaltung der Art.
Schlussfolgerung
Die Sammlung von Samen des letzten wilden Baumes von Dendroseris neriifolia ist ein wichtiger Schritt für den Schutz der Artenvielfalt des Juan-Fernández-Archipels. Die Zusammenarbeit zwischen Naturschützern und Forschungseinrichtungen ist von entscheidender Bedeutung, um bedrohte Arten zu schützen und die reiche Vielfalt des Lebens auf der Erde zu erhalten.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht