Die Rolle der Frauen als Landwirtinnen in der Naturschutzarbeit
Im Herzen der Insel Sumatra, Indonesien, ist der Nationalpark Tesso Nilo oft in den Schlagzeilen aufgrund von Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren, die direkt auf illegale Landnahme und Abholzung für Palmölplantagen zurückzuführen sind. Doch ein Hoffnungsschimmer taucht auf dank der Frauen, die in der Pufferzone des Nationalparks leben. Im Dorf Lubuk Kembang Bunga, das sich in der Pufferzone neben dem Nationalpark befindet, stehen die Frauen an der Spitze einer Initiative, um Obstbäume zu pflanzen, die sowohl der Naturschutzarbeit dienen als auch ein zusätzliches Einkommen bringen.
Um zu verhindern, dass die Elefanten ihre Obstplantagen zerstören, pflanzen die Einheimischen Zitrusbäume, die die Dickhäuter vertreiben. In anderen Gebieten pflanzen sie auch Obst, das von diesen großen Tieren bevorzugt wird, wie zum Beispiel Jackfrucht, deren Verwandten Cempedak und den stinkenden Bohnen, die in Indonesien als Petai bekannt sind. Ernita, eine 33-jährige Landwirtin, sagte, sie könne jetzt aufatmen, nachdem sie Zitrusbäume am Rande ihrer Palmölplantage gepflanzt hat.
„Bevor wir die Zitrusbäume hatten, aßen die Elefanten immer unsere Palmölfrüchte“, erzählte sie der Mongabay-Indonesien. „Wir mussten die Bäume vier oder fünf Mal neu pflanzen... Gott sei Dank, seit wir die Zitrusbäume gepflanzt haben, haben die Elefanten unsere Palmölfrüchte nicht mehr gefressen“.
Warum das wichtig ist
Die von den Frauen angeführte Initiative hilft nicht nur dabei, ihre Plantagen zu schützen, sondern trägt auch zur Erhaltung des Nationalparks Tesso Nilo und seiner Bewohner, einschließlich der Elefanten, bei. Der Verlust von Lebensräumen und die Zersplitterung der Wälder sind einige der Hauptbedrohungen für das Überleben der Elefanten in Sumatra. Durch das Pflanzen von Obstbäumen, die die Elefanten von den Palmölplantagen weglocken, helfen die Frauen, den Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren zu reduzieren.
Darüber hinaus fördert die Initiative auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit für die lokalen Familien. Die gepflanzten Früchte dienen nicht nur als Nahrungsquelle für die Elefanten, sondern können auch auf den lokalen Märkten verkauft werden, was den Familien ein zusätzliches Einkommen bringt.
Die wissenschaftliche Erklärung dahinter
Die Entscheidung, Zitrusbäume als Barriere zum Vertreiben der Elefanten zu pflanzen, ist nicht willkürlich. Zitrusfrüchte enthalten ätherische Öle, die bekanntermaßen viele Tiere, einschließlich Elefanten, vertreiben. Diese Eigenschaft wird von den Frauen genutzt, um ihre Palmölplantagen zu schützen.
Darüber hinaus basiert die Pflanzung von Früchten, die die Elefanten von den Palmölplantagen weglocken, auf dem Verständnis der Ökologie und des Verhaltens dieser Tiere. Elefanten werden von leicht zugänglichen und reichlichen Nahrungsquellen angezogen, und indem die Frauen Früchte pflanzen, die sie bevorzugen, schaffen sie einen „ökologischen Korridor“, der die Elefanten von den Anbauflächen wegleitet.
Der breitere Kontext
Die Initiative der Frauen in Lubuk Kembang Bunga ist kein isolierter Fall. In vielen Teilen der Welt entwickeln lokale Gemeinschaften innovative Lösungen, um mit dem Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren umzugehen. Diese Lösungen beinhalten oft die Kombination von traditionellem Wissen mit modernen Naturschutzpraktiken.
Im Kontext des Elefantschutzes in Sumatra sind der Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume von entscheidender Bedeutung. Der Verlust von Lebensräumen durch Abholzung und landwirtschaftliche Expansion ist eine der Hauptbedrohungen für das Überleben der Elefanten. Initiativen wie das Pflanzen von Obstbäumen, die die Elefanten von den Palmölplantagen weglocken, können dazu beitragen, diese Bedrohungen zu mildern.
Was als Nächstes passiert
Die von den Frauen angeführte Initiative in Lubuk Kembang Bunga ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Naturschutz durch gemeinschaftliche Aktion erreicht werden kann. Um jedoch sicherzustellen, dass diese Bemühungen langfristig nachhaltig sind, ist die kontinuierliche Unterstützung von Naturschutzorganisationen, Regierungen und anderen Interessengruppen erforderlich.
Darüber hinaus kann die Reproduktion ähnlicher Modelle in anderen Gebieten, in denen der Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren ein Problem darstellt, eine effektive Strategie sein, um eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Wildtieren zu fördern. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen lokalen Gemeinschaften und Naturschutzorganisationen kann bei diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielen.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.