Das aktuelle Szenario der Abholzung in Amazonas
Amazonas erlebt ein Paradox. Während die Abholzung in Brasilien abnimmt und in den letzten 12 Monaten das niedrigste Niveau der historischen Reihe erreicht, hat die Zerstörung von Wäldern in Bolivien historische Höchstwerte erreicht. Dieser Kontrast ist das Ergebnis unterschiedlicher Umwelt- und Wirtschaftspolitiken, die von den beiden Ländern verfolgt werden.
Was passierte
Auf der brasilianischen Seite führte die Wiederaufnahme der Umweltüberwachung unter der Regierung von Präsident Lula zu einer Abnahme der Abholzung. In Bolivien hingegen führte das Fehlen von Überwachung und Kontrollpolitiken sowie der Vormarsch der landwirtschaftlichen Aktivitäten zu einer Zunahme der Waldzerstörung. Laut MapBiomas ist die Abholzungsrate in Bolivien seit Beginn des Jahrhunderts um mehr als 256 % gestiegen, während sie in Brasilien um 59,2 % im Vergleich zu den Niveaus von 1987 und 1989 gesunken ist.
Warum es wichtig ist
Amazonas ist eines der wichtigsten Lungen des Planeten, und die Waldzerstörung hat erhebliche Auswirkungen auf das globale Klima. Der Verlust von tropischen Wäldern in Bolivien ist der zweithöchste der Welt im Jahr 2025, laut Bloomberg. Dies betrifft nicht nur die lokale Artenvielfalt, sondern auch die Fähigkeit des Waldes, Kohlendioxid aufzunehmen und so zum globalen Erwärmung beizutragen.
Der Mechanismus hinter der Abholzung
Der Unterschied in der Abholzung zwischen Brasilien und Bolivien kann durch die verfolgten Umweltpolitiken erklärt werden. In Brasilien ermöglichte der Aktionsplan zur Verhütung und Kontrolle der Abholzung in der legalen Amazonas-Region (PPCDAm), der während der ersten Amtszeit von Lula entwickelt wurde, einen historischen Rückgang der Abholzungsrate. In Bolivien hingegen ermöglichte das Fehlen von Satellitenüberwachungssystemen und strenger Überwachung den Fortschritt der Abholzung.
Größerer Kontext
Die Abholzung in Amazonas ist ein komplexes Problem, das von wirtschaftlichen, politischen und sozialen Faktoren beeinflusst wird. Der Druck der landwirtschaftlichen Grenze auf die Waldgebiete ist einer der Hauptgründe für die Abholzung. Die Ausweitung von Soja und anderen landwirtschaftlichen Gütern in Bolivien treibt beispielsweise die Waldzerstörung voran. Die Auflösung des bolivianischen Planungsministeriums ließ die Verwaltung von Politiken zur Bekämpfung der Abholzung und Waldbrände im Land ohne Orientierung.
Was kommt als Nächstes
Die Zukunft der Abholzung in Amazonas ist ungewiss. In Brasilien kann die Wiederaufnahme der Umweltüberwachung den Rückgang der Abholzung fortsetzen. In Bolivien hingegen kann das Fehlen von Kontrollpolitiken und der Druck der landwirtschaftlichen Grenze die Waldzerstörung weiter vorantreiben. Die Rolle von Wirtschaftsgruppen wie der Familie Maggi Scheffer, die Besitzungen auf beiden Seiten der Grenze hat, kann die Umwelt- und Wirtschaftspolitik beider Länder beeinflussen.
Folgen und Perspektiven
Die Explosion der Abholzung in der bolivianischen Amazonas teilt einige wichtige Akteure mit der Zerstörung auf der brasilianischen Seite. Die Familie Maggi Scheffer, Besitzer der Grupo Bom Futuro in Brasilien, hat auch Besitzungen auf der bolivianischen Seite der Grenze. Dies signalisiert, dass die Waldzerstörung ein grenzüberschreitendes Problem ist, das gemeinsame Maßnahmen beider Länder erfordert, um es zu bekämpfen.
Quelle / Referenz
Original-URL: https://climainfo.org.br/2026/08/13/enquanto-cai-no-brasil-desmatamento-amazonico-explode-na-bolivia/
Quellenname: ClimaInfo