Das Erwachen zu einer Biodiversitätskrise
Die Fledermaus-Experten wurden von der Geschwindigkeit überrascht, mit der das White-Nose-Syndrom sich auf die nördlicheren Kolonien in Kanada ausbreitete, die aus den USA kamen. Jetzt ist es ein Wettlauf, um eine Heilung zu finden, bevor die Arten verschwinden.
Im Mai entdeckten zwei Biologen, während sie durch einen engen Gang in einer Höhle unter einem borealen Wald in der Nähe von Fort Smith in den Nordwest-Territorien von Kanada kletterten, eine tote Fledermaus auf einem Kalkstein-Sims, deren Körper von einem schmalen weißen Pilz bedeckt war.
Als sie ihre Lampen auf den toten Körper richteten, um ihn genauer anzusehen, sahen sie eine andere Fledermaus mit dem Pilz auf ihren Vorderarmen. „Sie quietschte uns an und kroch in eine Spalte zurück“, sagt Jesika Reimer.
Warum es wichtig ist
Das White-Nose-Syndrom, verursacht durch den Pilz Pseudogymnoascus destructans, ist eine der größten Bedrohungen für Fledermaus-Populationen weltweit. Die Krankheit kann extrem hohe Sterberaten verursachen, die bis zu 90% in einigen Kolonien erreichen, und ist bereits für den Rückgang mehrerer Fledermaus-Arten in Nordamerika verantwortlich.
Darüber hinaus kann der Verlust von Fledermäusen erhebliche Auswirkungen auf die Ökosysteme haben, da diese Tiere eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Insekten, der Bestäubung und der Verbreitung von Samen spielen.
Der Mechanismus hinter dem White-Nose-Syndrom
Das White-Nose-Syndrom wird durch den Pilz Pseudogymnoascus destructans verursacht, der die Haut der Fledermäuse infiziert, insbesondere in den Bereichen des Gesichts, der Ohren und der Flügel. Der Pilz kann Verletzungen und Infektionen verursachen, die zu einer Reihe von Symptomen führen, einschließlich Verhaltensänderungen, Gewichtsverlust und schließlich zum Tod.
Die Wissenschaftler glauben, dass der Pilz durch direkten Kontakt zwischen Fledermäusen sowie durch kontaminierte Oberflächen übertragen werden kann.
Größerer Kontext
Das White-Nose-Syndrom ist kein neues Problem, aber seine Ausbreitung auf die nördlicheren Kolonien in Kanada ist ein Zeichen dafür, dass die Krankheit sich schneller ausbreitet, als erwartet.
Darüber hinaus wurde die Krankheit bereits bei mehreren Fledermaus-Arten weltweit nachgewiesen, einschließlich in Europa, Asien und Südamerika, was die Notwendigkeit einer globalen Herangehensweise zur Bekämpfung des White-Nose-Syndroms unterstreicht.
Was als Nächstes kommt
Die Wissenschaftler arbeiten hart daran, eine Heilung für das White-Nose-Syndrom zu finden, und die Probiotika sind eines der wichtigsten Forschungsgebiete.
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die für die Gesundheit der Fledermäuse von Vorteil sein können, und die Wissenschaftler glauben, dass sie verwendet werden können, um das White-Nose-Syndrom zu verhindern oder zu behandeln.
Es gibt jedoch noch viel zu tun, um die Krankheit zu verstehen und eine wirksame Heilung zu entwickeln, und die Bemühungen zum Artenschutz müssen verstärkt werden, um die Fledermaus-Populationen zu schützen und das Aussterben von Arten zu verhindern.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel basiert auf einem Bericht, der am 13. August 2026 in The Guardian Environment veröffentlicht wurde, mit dem Titel „Wing and a prayer: how probiotics might save bat species from a killer fungus“.
Lesen Sie den ursprünglichen Bericht auf: https://www.theguardian.com/environment/2026/aug/13/biodiversity-bat-species-fungus-disease-canada-alaska-white-nose-syndrome