Was passiert beim Myitsone-Staudamm-Projekt
Seit Juni hat die militärische Regierung von Myanmar ihre Bemühungen intensiviert, ein umstrittenes und massives chinesisch unterstütztes Wasserkraftprojekt wiederzubeleben, das seit 15 Jahren stillsteht. Das Myitsone-Staudamm-Projekt, das 2009 gestartet und damals auf 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, soll entlang des Mali-Flusses, des N’mai-Flusses und ihrer Mündung in Myitsone gebaut werden, wo der Ayeyarwady-Fluss beginnt. Geplant im Kachin-Staat, in einer erdbebengefährdeten Region im Norden von Myanmar, gehört das Projekt der Upstream Ayeyarwady Confluence Basin Hydropower Company, die im Besitz der chinesischen Power Investment Corporation, des Ministeriums für Elektrizität von Myanmar und der Asia World Company ist.
Der Staudamm war für eine Länge von 1.310 Metern (4.298 Fuß) und eine Höhe von 139,6 Metern (458 Fuß) geplant. Im Jahr 2011 stoppte der damalige Präsident Thein Sein das Projekt aufgrund der breiten öffentlichen Opposition wegen seiner Umwelt- und Sozialauswirkungen. Allerdings erklärte der Sprecher der Junta, Khaing Khaing Soe, auf einer Pressekonferenz am 30. Juni in Naypyidaw, dass das Myitsone-Projekt wieder aufgenommen werden soll, um Strom für Myanmar zu erzeugen.
Warum es wichtig ist
Das Myitsone-Staudamm-Projekt hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften. Der Bau des Staudamms kann irreparable Schäden am Ökosystem des Ayeyarwady-Flusses verursachen und das Leben von Tausenden von Menschen beeinträchtigen, die vom Fluss für ihren Lebensunterhalt abhängig sind. Darüber hinaus kann der Staudamm das Hochwasserrisiko und die Erdrutschgefahr erhöhen, insbesondere in erdbebengefährdeten Gebieten.
Die Opposition gegen das Projekt wird auch durch Bedenken hinsichtlich der mangelnden Transparenz und Rechenschaftspflicht der militärischen Regierung von Myanmar motiviert. Die Entscheidung, das Projekt ohne angemessene Bewertung der Umwelt- und Sozialauswirkungen wiederzubeleben, kann als Verletzung der Menschenrechte und Umweltrechte angesehen werden.
Die wissenschaftliche Mechanik hinter dem Myitsone-Staudamm-Projekt
Der Bau eines Staudamms wie dem von Myitsone beinhaltet die Schaffung eines Wasserreservoirs, das große Mengen an Wasser speichern kann. Dies kann den natürlichen Fluss des Flusses verändern und die Wasserqualität beeinträchtigen. Darüber hinaus kann der Staudamm zum Verlust natürlicher Lebensräume und zum Aussterben von Arten führen, die vom Fluss für ihr Überleben abhängig sind.
Die bei der Errichtung des Staudamms verwendete Technologie ist ebenfalls wichtig. Der Myitsone-Staudamm war als Betonstaudamm geplant, der sicherer sein kann als Erdstoffdämme. Allerdings kann der Bau eines Betonstaudamms auch teurer sein und die Entfernung großer Mengen an Erde und Fels erfordern.
Größerer Kontext
Das Myitsone-Staudamm-Projekt ist kein Einzelfall. Es gibt viele andere Wasserkraftprojekte auf der ganzen Welt, die wegen ihrer Umwelt- und Sozialauswirkungen kritisiert wurden. Der Bau von Staudämmen kann eine Quelle erneuerbarer Energie sein, aber auch negative Folgen für die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften haben.
In Myanmar ist das Myitsone-Staudamm-Projekt nur eines von vielen Infrastrukturprojekten, die von der militärischen Regierung entwickelt werden. Der Bau von Straßen, Brücken und anderen Infrastrukturprojekten kann ebenfalls erhebliche Umwelt- und Sozialauswirkungen haben.
Was als Nächstes passiert
Die Wiederbelebung des Myitsone-Staudamm-Projekts ist eine besorgniserregende Entwicklung für die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften. Es ist wichtig, dass die militärische Regierung von Myanmar für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen wird und dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Umwelt und die Menschenrechte zu schützen.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass eine angemessene Bewertung der Umwelt- und Sozialauswirkungen des Projekts durchgeführt wird und dass nachhaltigere Alternativen für die Energieerzeugung in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die lokalen Gemeinschaften konsultiert werden und ihre Rechte respektiert werden.
Schlussfolgerung
Das Myitsone-Staudamm-Projekt ist ein Beispiel dafür, wie der Bau von Infrastruktur erhebliche Umwelt- und Sozialauswirkungen haben kann. Es ist wichtig, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Umwelt und die Menschenrechte zu schützen, und dass nachhaltigere Alternativen für die Energieerzeugung in Betracht gezogen werden.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.