Der Einfluss von Bolsonaros Waffenpolitik auf die Wilderei
Die Aussage des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, "Ich will, dass jeder bewaffnet ist!“, während einer Kabinettssitzung im Mai 2020, markierte die Erfüllung eines Wahlkampfversprechens von 2018. Auf dieser Sitzung forderte er seine Minister auf, ein Dekret zu unterzeichnen, das den Limit für den Kauf von Munition für die Zivillbevölkerung erhöhte. Während seines Wahlkampfes und seiner Amtszeit förderte und implementierte Bolsonaro eine pro-Waffen-Agenda mit direktem Einfluss auf die illegale Jagd von Wildtieren, wie die Daten zeigen.
Laut Daten von 2023, die von den gemeinnützigen Institutionen Igarapé und Sou da Paz zusammengestellt wurden, hat sich die Anzahl der in privaten Sammlungen von brasilianischen Zivilisten und Militärangehörigen gehaltenen Waffen fast verdoppelt und erreichte 3 Millionen zwischen 2019 und 2022 – also während der Amtszeit von Bolsonaro. Im Jahr 2018 lag diese Zahl bei nur 1,3 Millionen, wobei fast die Hälfte dem Militär gehörte.
Warum das wichtig ist
Die unter Bolsonaro implementierte Politik erleichterte den Zugang zu Schusswaffen erheblich, insbesondere für eine Gruppe, die in Brasilien als CACs bekannt ist – ein Akronym für Jäger, Sportschützen und Sammler. Laut der Forschung kauften die CACs 59.000 Waffen im Jahr 2018. Bis 2022 sprang diese Zahl auf 430.000. Im gleichen Zeitraum gab es einen deutlichen Anstieg der Wilderei, was schwerwiegende Auswirkungen auf den Schutz der Artenvielfalt in Brasilien hat.
Der wissenschaftliche Mechanismus hinter der Wilderei
Die Wilderei ist ein komplexes Problem, das wirtschaftliche, soziale und ökologische Faktoren umfasst. Die leichte Verfügbarkeit von Schusswaffen ist einer der Hauptfaktoren, die zur Wilderei beitragen, da sie es mehr Menschen ermöglicht, ohne entsprechende Einschränkungen und Regulierungen zu jagen. Darüber hinaus trägt auch das Fehlen von Überwachung und Durchsetzung von Umweltgesetzen zur Fortsetzung der Wilderei bei.
Größerer Kontext
Die Wilderei ist ein globales Problem, das viele Länder betrifft, insbesondere solche mit großer Artenvielfalt. In Brasilien ist die Wilderei ein ernstes Problem, das viele Tierarten betrifft, einschließlich solcher, die vom Aussterben bedroht sind. Die Waffenpolitik von Bolsonaro ist nur einer der vielen Faktoren, die zur Wilderei in Brasilien beitragen, aber sie ist ein Beispiel dafür, wie Regierungspolitiken einen erheblichen Einfluss auf den Schutz der Artenvielfalt haben können.
Was als Nächstes passiert
Es ist wichtig, dass die brasilianische Regierung Maßnahmen ergreift, um die Waffenpolitik von Bolsonaro rückgängig zu machen und wirksamere Maßnahmen zur Bekämpfung der Wilderei zu implementieren. Dazu können die Einführung strengerer Gesetze zur Kontrolle von Waffenbesitz und -gebrauch sowie die Schaffung von Bildungs- und Aufklärungsprogrammen zur Verhinderung der Wilderei gehören. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass die internationale Gemeinschaft die Bemühungen Brasiliens unterstützt, seine Artenvielfalt zu schützen und die Wilderei zu bekämpfen.
Folgen und Herausforderungen
Die Wilderei hat schwerwiegende Folgen für die Artenvielfalt und die Ökosysteme, einschließlich des Verlusts von Arten, der Zerstörung von Lebensräumen und des Verlusts von Ökosystemleistungen. Darüber hinaus hat die Wilderei auch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft, insbesondere in ländlichen Gemeinden, die von der Jagd für ihren Lebensunterhalt abhängig sind. Daher ist es entscheidend, dass dringend Maßnahmen zur Bekämpfung der Wilderei und zum Schutz der Artenvielfalt Brasiliens ergriffen werden.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.