Was passiert
Die Errichtung des ersten Rechenzentrums in Amazonien, BEL1, von Elea Data Centers, wird vom Ministerium für Umwelt und Justiz des Bundesstaates Pará (MP-PA) in Frage gestellt, weil es an technischen Studien zu den Umweltauswirkungen des Projekts und an einer öffentlichen Anhörung der lokalen Bevölkerung mangelt.
Das Rechenzentrum soll im Hafenbereich von Miramar, im Stadtteil Barreiro, in Belém, mit einer anfänglichen Kapazität von 7,5 MW und einer geplanten Erweiterung auf bis zu 100 MW, errichtet werden. Das Unternehmen präsentiert das Projekt als das erste Rechenzentrum für künstliche Intelligenz in der Nordregion, mit dem Ziel, den Zugang zu Cloud-Computing und digitalen Dienstleistungen zu erweitern und die Abhängigkeit von Servern aus anderen Regionen des Landes und aus dem Ausland zu reduzieren.
Warum es wichtig ist
Das MP-PA hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Rechtmäßigkeit des Projekts und die Risiken von Klimaschäden zu prüfen. Die Hauptbesorgnis ist die Möglichkeit, dass sich „Wärmeinseln“ in der Umgebung des Rechenzentrums bilden, was die Durchschnittstemperatur in der Nähe um etwa 2°C erhöhen und zu extremen Spitzenwerten von bis zu 9,1°C führen kann, die ein Gebiet von bis zu 10 km umfassen.
In einer bereits heißen Stadt wie Belém kann eine solche Temperaturerhöhung tragisch für die Menschen sein, insbesondere für Kinder und ältere Menschen, die oft am stärksten vom Hitzestress betroffen sind. Darüber hinaus widerspricht die fehlende öffentliche Anhörung der Bewohner des Umfelds des Projekts den Bestimmungen der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Brasilien beigetreten ist.
Der Mechanismus hinter der Umweltauswirkung
Die Erhöhung der Temperatur in der Umgebung des Rechenzentrums kann durch die Abgabe von Wärme durch die Geräte des Rechenzentrums verursacht werden, die durch den Mangel an Vegetation und die Anwesenheit von städtischen Oberflächen wie Asphalt und Beton verstärkt werden kann.
Darüber hinaus kann die fehlende nationale Regulierung für Rechenzentren zu einem Mangel an Umweltverträglichkeitsstudien und einer fehlenden öffentlichen Anhörung der lokalen Bevölkerung beitragen. Der Gesetzesentwurf Nr. 278/2026, der vom brasilianischen Bundesregierung vorgeschlagen wurde und die brasilianische Politik für Anreize für den Sektor festlegt, wird seit Februar vom Präsidenten des Senats, Davi Alcolumbre, blockiert.
Größerer Kontext
Das Projekt des Rechenzentrums von Elea in Belém ist kein isolierter Fall. Andere Bundesstaaten, wie Ceará und Rio Grande do Sul, haben sich entschieden, mit staatlichen Vorschlägen fortzufahren, um die Errichtung von Rechenzentren zu erleichtern, aufgrund der fehlenden nationalen Regulierung.
Darüber hinaus kann die Errichtung von Rechenzentren in heißen und feuchten Regionen wie Amazonien besonders problematisch sein, aufgrund der Erhöhung der Temperatur und der Feuchtigkeit, die die Effizienz und Sicherheit der Geräte beeinträchtigen kann.
Was als Nächstes passiert
Das MP-PA wird die Untersuchung der Rechtmäßigkeit des Projekts und der Risiken von Klimaschäden fortsetzen. Darüber hinaus muss das Unternehmen Elea Data Centers Umweltverträglichkeitsstudien vorlegen und öffentliche Anhörungen der lokalen Bevölkerung durchführen, um das Projekt voranzutreiben.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass eine nationale Regulierung für Rechenzentren etabliert wird, um zu verhindern, dass Projekte wie das von BEL1 ohne angemessene Berücksichtigung der Umweltauswirkungen und sozialen Auswirkungen umgesetzt werden.
Quelle / Referenz
Original-URL: https://climainfo.org.br/2026/08/11/primeiro-data-center-na-amazonia-ameaca-desregular-clima-na-regiao/
Quellenname: ClimaInfo