Das Ende einer Partnerschaft: Was passierte
Gabun hat seine 19-jährige Fischereipartnerschaft mit der Europäischen Union beendet, die es EU-Industrieschiffen erlaubte, Thunfisch in den gabunischen Gewässern zu fischen, im Austausch gegen Zahlungen. Die Entscheidung wurde getroffen, weil das Abkommen nicht mehr den wirtschaftlichen Interessen des Landes diente. Die gabunische Regierung hatte im Juni 2025 in einer Sitzung des Ministerrats angekündigt, den Nachhaltigen Fischereipartnerschaftsvertrag (SFPA) neu verhandeln zu wollen, bevor sie ihn am 29. Juni 2026 offiziell beendete.
In einer Erklärung im vergangenen Jahr sagte die gabunische Regierung, dass die massive Ausbeutung der Fischereiresourcen nicht im Verhältnis zu den Erträgen stand, die Gabun dafür erhalten sollte. In einer Rede im Januar sagte der Regierungssprecher Charles Edgard Mombo, dass die Entscheidung, das Abkommen zu kündigen, den festen Willen Gabuns widerspiegele, seine Souveränität über die Fischereiresourcen zu stärken und einen neuen, ausgewogenen, nachhaltigen und für beide Seiten vorteilhaften Kooperationsrahmen zu fördern.
Warum es wichtig ist: Die Einsätze und die Betroffenen
Gabuns Entscheidung, die Fischereipartnerschaft mit der EU zu beenden, hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes sowie auf die Erhaltung der Fischereiresourcen. Die Partnerschaft ermöglichte es EU-Schiffen, große Mengen Thunfisch in den gabunischen Gewässern zu fischen, was Einnahmen für das Land generierte, aber auch Fragen über die Nachhaltigkeit dieser Fischpraktiken aufwarf.
Darüber hinaus betrifft die Entscheidung auch die Fischer und die lokalen Gemeinschaften, die von der Fischerei für ihren Lebensunterhalt abhängig sind. Der Verlust des Zugangs zu den gabunischen Gewässern kann zu einer Verringerung der Fischfangmengen führen und somit die Nahrungsmittelversorgung und die lokale Wirtschaft beeinträchtigen.
Der Mechanismus hinter der Fischerei: Wissenschaft und Prozesse
Die Fischerei ist ein komplexer Prozess, der die Interaktion zwischen den Meeresökosystemen, den Fischarten und den Fischpraktiken umfasst. Die Fischereipartnerschaft zwischen der EU und Gabun ermöglichte es EU-Schiffen, Fischmethoden wie die Schleppnetzfischerei und die Langleinenfischerei zu verwenden, die erhebliche Auswirkungen auf die Meeresökosysteme haben können.
Darüber hinaus ergab eine unabhängige Bewertung, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, dass die EU Gabun im Durchschnitt 2,6 Millionen Euro (3 Millionen US-Dollar) pro Jahr zwischen 2021 und 2024 für den Zugang zu 32.000 Tonnen Thunfisch zahlte. Es wurde jedoch auch festgestellt, dass Gabun nur 23 % des gesamten wirtschaftlichen Wertes erhielt, der durch die Fischerei generiert wurde; fast die Hälfte ging an andere Länder, da die EU-Schiffe...
Größerer Kontext: Trends und Forschung
Gabuns Entscheidung, die Fischereipartnerschaft mit der EU zu beenden, ist Teil eines größeren Trends, bei dem sich Entwicklungsländer bemühen, ihre Kontrolle über die natürlichen Ressourcen wiederzuerlangen. Dies ist insbesondere im Kontext der Fischerei der Fall, wo die übermäßige Ausbeutung der Fischereiresourcen durch ausländische Schiffe ein wiederkehrendes Problem darstellt.
Darüber hinaus spiegelt die Entscheidung auch das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung der Erhaltung der Fischereiresourcen und die Notwendigkeit nachhaltiger Fischpraktiken wider. Die internationale Gemeinschaft arbeitet daran, Abkommen und Vorschriften zu entwickeln und umzusetzen, die die nachhaltige Fischerei und die Erhaltung der Meeresökosysteme fördern.
Was kommt als Nächstes: Auswirkungen und offene Fragen
Gabuns Entscheidung, die Fischereipartnerschaft mit der EU zu beenden, hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes sowie auf die Erhaltung der Fischereiresourcen. Es ist wahrscheinlich, dass das Land neue Fischereipartnerschaften aufbauen wird, die für seine Wirtschaft und die Erhaltung der Fischereiresourcen vorteilhafter sind.
Darüber hinaus wirft die Entscheidung auch Fragen über die Fähigkeit der EU auf, sicherzustellen, dass ihre Fischpraktiken nachhaltig sind und die Rechte der Entwicklungsländer respektieren. Die internationale Gemeinschaft muss weiterhin daran arbeiten, Abkommen und Vorschriften zu entwickeln und umzusetzen, die die nachhaltige Fischerei und die Erhaltung der Meeresökosysteme fördern.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.