Was passierte
Eine innovative Initiative im brasilianischen Amazonasgebiet verändert die Art und Weise, wie wilde Tiere Straßen überqueren, und reduziert die durch den Verkehr verursachte Sterblichkeit erheblich. Forscher in der Region von Alta Floresta im Norden des Bundesstaates Mato Grosso installierten 2024 acht Dachbrücken, um es baumlebenden Tieren zu ermöglichen, über den Verkehr hinweg zu gelangen.
Diese Brücken, die mit mehreren Schichten von Seilen ausgestattet sind, um unterschiedliche Bewegungsformen zu ermöglichen, waren ein Erfolg. Innerhalb von 15 Monaten zeichneten Fallenkameras etwa 15.000 Tierüberquerungen auf, ohne dass ein einziges Verkehrsunfall an den überwachten Stellen registriert wurde. Sechs Primatenarten nutzten die Strukturen, darunter der schwarzköpfige Affe (Ateles chamek), der Mico-de-Schneider (Mico schneideri) und der in Alta Floresta vorkommende, stark gefährdete Titi-Affe (Plecturocebus grovesi).
Warum es wichtig ist
Der Bau von Straßen durch die brasilianischen Wälder teilt das Habitat der Primaten und zwingt manchmal Tiere, die normalerweise im Dachbereich bleiben, zum Boden hinab, wodurch das Unfallrisiko steigt. Darüber hinaus können Straßen Wildtierpopulationen trennen und den Genfluss verringern, was langfristige Folgen für die Artenvielfalt haben kann.
Die Dachbrücken-Initiative hilft nicht nur, diese Auswirkungen zu mildern, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten der Tiere und ihre Interaktion mit diesen Strukturen. Die Tatsache, dass einige Arten, wie die Kappuziner, sieben Monate benötigten, um eine der Brücken zu beginnen, deutet darauf hin, dass es Zeit brauchen kann, bis sich die Tiere an die neuen Routen gewöhnen.
Der Mechanismus dahinter
Der Erfolg der Dachbrücken basiert auf dem Verständnis des Verhaltens und der Bedürfnisse der baumlebenden Tiere. Durch die Bereitstellung einer sicheren und geeigneten Route für diese Tiere, um Straßen zu überqueren, reduzieren die Brücken das Unfallrisiko mit Fahrzeugen erheblich.
Die Anwesenheit von mehreren Seilschichten in den Brücken ermöglicht es verschiedenen Arten, sie auf unterschiedliche Weise zu nutzen. Während einige Tiere auf den Seilen gehen, nutzen andere ihre Arme oder Greifschwänze, um sich zu bewegen. Diese Anpassung an die verschiedenen Fortbewegungsformen ist für den Erfolg der Brücken von entscheidender Bedeutung.
Größerer Kontext
Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Bemühung, die Auswirkungen von Straßen auf das Wildtierleben zu mildern. Ein früheres Projekt, das 2021 entlang der BR-174-Straße initiiert wurde, die durch das Waimiri-Atroari-Indianerreservat verläuft, führte zur Installation von 32 Brücken mit Hilfe der Waimiri-Atroari-Gemeinde.
Auf diesen Brücken zeichneten Kameras in den letzten fünf Jahren etwa 1.250 Primatenüberquerungen auf, wodurch wertvolle Daten über die effektivsten Designs geliefert wurden. Diese Bemühungen unterstreichen die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Forschern, lokalen Gemeinden und Schutzgebietsmanagern, um innovative Lösungen für Umweltprobleme zu entwickeln.
Was kommt als Nächstes
Während diese Projekte weiterentwickelt und umgesetzt werden, ist es entscheidend, ihre langfristigen Auswirkungen zu überwachen und die Strategien bei Bedarf anzupassen. Die Ausweitung dieser Initiativen auf andere Regionen und die Integration von fortschrittlichen Überwachungstechnologien können dazu beitragen, unser Verständnis darüber zu erweitern, wie Dachbrücken zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.
Darüber hinaus muss das Bewusstsein für die Bedeutung des Artenschutzes und die Notwendigkeit innovativer Lösungen, um die menschlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu mildern, weiterhin gefördert werden. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren der Gesellschaft wird entscheidend sein, um die reiche Artenvielfalt des Amazonas und anderer Regionen auf der ganzen Welt zu schützen.
Quelle / Referenz
Ursprünglich veröffentlicht auf: Mongabay