Was passiert ist
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Nichtregierungsorganisation Earth League International (ELI) hat einen groß angelegten Schwarzhandel mit Wildtieren in Kambodscha aufgedeckt, der mit transnationaler Kriminalität in Verbindung steht. Die einjährige Untersuchung identifizierte fünf Hauptführer von transnationalen kriminellen Netzwerken, die in den Handel mit Wildtieren, Menschenhandel und Drogen sowie in hochentwickelte Betrugszentren verwickelt sind.
Die Ermittler der ELI dokumentierten den offenen Verkauf von Produkten aus Teilen gefährdeter Arten, einschließlich Tiger, Nashörner und Elefanten, in exklusiven Läden und Restaurants im ganzen Land. Sie fanden Tigerknochenwein in mit Tigerformen verzierten Flaschen, servierten Tigerbabyfleisch als Delikatesse und fanden Räume voller Nashornerhörner und Elefantenelfenbein.
Warum es wichtig ist
Der Schwarzhandel mit Wildtieren in Kambodscha bedroht nicht nur die Artenvielfalt des Landes, sondern ist auch mit umfassenderen kriminellen Aktivitäten wie Drogenschmuggel und Geldwäsche verbunden. Dies gefährdet nicht nur die nationale Sicherheit, sondern hat auch globale Auswirkungen, da diese kriminellen Netzwerke über mehrere Grenzen hinweg operieren.
Der Verkauf von Wildtierprodukten an hochrangige Regierungsbeamte und reiche chinesische Staatsbürger nicht nur die Nachfrage nach diesen Artikeln, sondern korrupt auch die Institutionen und schwächen die Rechtsdurchsetzung im Land. Dies schafft einen Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist und die Erhaltung der Wildtiere und die Sicherheit der lokalen Gemeinschaften gefährdet.
Der Mechanismus/Wissenschaft dahinter
Der Schwarzhandel mit Wildtieren ist oft mit Sonderwirtschaftszonen (SEZ) verbunden, die Steuervorteile bieten, um Investitionen anzuziehen. Allerdings werden diese Zonen auch zu zentralen Punkten für die Lagerung und Verteilung illegaler Produkte, einschließlich Drogen und illegal geschlagenem Holz.
Die Anwesenheit von Kasinos in diesen Sonderwirtschaftszonen erleichtert die Geldwäsche und ermöglicht es Kriminellen, ihre illegalen Aktivitäten zu verbergen. Dieses Modell der organisierten Kriminalität und des Wildtierhandels ist nicht nur in Kambodscha zu finden, sondern wurde auch in anderen Ländern wie Laos identifiziert.
Größerer Kontext
Der Schwarzhandel mit Wildtieren ist ein globales Problem mit erheblichen Auswirkungen auf die Erhaltung der Artenvielfalt und die Sicherheit. Die Nachfrage nach Wildtierprodukten wie Elfenbein, Nashornerhörnern und Teilen von Tigern wird von Schwarzmärkten in verschiedenen Teilen der Welt, einschließlich Asien, angetrieben.
Der Zusammenhang zwischen dem Wildtierhandel und der transnationalen Kriminalität unterstreicht die Notwendigkeit einer koordinierten und internationalen Herangehensweise, um diese Bedrohungen zu bekämpfen. Dazu gehören die Stärkung der Gesetze und der Rechtsdurchsetzung, die Erhöhung der Bewusstseinsbildung über die Risiken des Wildtierhandels und die Unterstützung von Erhaltungsbemühungen.
Was als nächstes passiert
Angesichts dieser Entdeckungen ist es entscheidend, dass die kambodschanische Regierung und die internationale Gemeinschaft konkrete Schritte unternehmen, um den Wildtierhandel und die transnationale Kriminalität zu bekämpfen. Dazu können die Umsetzung strengerer Gesetze, die Erhöhung der internationalen Zusammenarbeit zur Informationsverteilung und die Durchführung gemeinsamer Operationen gegen kriminelle Netzwerke gehören.
Darüber hinaus ist es wichtig, das Bewusstsein über die Auswirkungen des Wildtierhandels nicht nur auf die Artenvielfalt, sondern auch auf die Sicherheit und Stabilität zu erhöhen. Bildung und Bewusstseinsbildung können eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung der Nachfrage nach Wildtierprodukten und der Förderung nachhaltiger Erhaltungspraktiken spielen.
Quelle / Referenz
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Mongabay veröffentlicht.